Impressionen eines Schulaufenthaltes slowakischer Germanistik-Studentinnen in Bayern

Lívia Adamcová

 

Vom 27. November bis zum 9. Dezember 2000 nahmen 19 Germanistik-Studentinnen der Pädagogischen Fakultät der Comenius-Universität Bratislava (Slowakei) an einem obligatorischen Praktikum teil, das zum ersten Mal in Bayern durchgeführt wurde. Das Projekt wurde auf slowakischer Seite von Doc. PhDr. Ivan Cvrkal CSc. (Leiter des Lehrstuhls Deutsche Sprache und Literatur an der Comenius-Universität) und Doc. PhDr. Lívia Adamcová, CSc. (Pädagogische Fakultät der Comenius-Universität Bratislava) sowie auf bayerischer Seite von  Oberstudiendirektor Hans-Jürgen Stobinski (Staatliche Berufsschule Waldkirchen) und Oberstudiendirektor Josef Bezold (Städtische Berufsschule III für kaufmännische Berufe und Gesundheitsberufe Regensburg) koordiniert.

 

Die Idee und die Realisierung dieses Projektes entstand bei einem Besuch von zwölf Schulleitern bayerischer Berufsschulen an der Comenius-Universität in Bratislava, zu denen auch Hans-Jürgen Stobinski gehörte. Er arbeitete früher als Lektor an der Pädagogischen Fakultät in Bratislava.  Während seiner dreijährigen Tätigkeit am Lehrstuhl für Germanistik lernte er dank seiner Kollegen und Studenten die Slowakei und die Slowaken zu schätzen (in seiner Freizeit bereiste er mit seiner Gattin die Slowakei, fand Freude an unserem Land und seinen Menschen, von denen er sagt, sie seien freundlich, bescheiden, ehrlich, hilfsbereit und sehr gastfreundlich) und er fing an, mit Begeisterung für die Slowakei im Ausland (vor allem in Deutschland) zu werben. Nach Beendigung seiner Tätigkeit lud er seine Kollegen aus Bayern zu einem Besuch in die Slowakei ein, über die sie bis dahin nur sehr wenig erfahren hatten. Es störte ihn schon immer, dass man in Deutschland mehr über Mallorca oder Thailand wissen als über das (fast) Nachbarland Slowakei.

 

Bei der Auswahl der Interessenten für die Einzelhospitation wurde insbesondere die soziale Lage der Studentinnen berücksichtigt; bei gleicher Eignung sollten Student(inn)en aus sozial schwächeren Familien, die sonst keine Möglichkeit zu einem Studienaufenthalt im Ausland hätten, den Vorzug vor den anderen erhalten. Für viele der ausgewählten Studentinnen war dieses Projekt gleichzeitig auch der erste Aufenthalt in einem deutschsprachigen Land.

 

Das Projekt wurde vom Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus finanziell und ideell gefördert.

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Letzte Bearbeitung: 16.05.10

Landesverband Bayern